ob_schroeterSehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer des Internationalen Tages gegen Homophobie, liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Streichung der Homosexualität aus dem Diagnosesystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 17. Mai 1990 war ein so wichtiger Meilenstein im Kampf um die weltweite Gleichberechtigung von Lesben, Schwulen und anderen sexuellen Minderheiten, dass dieser Tag in seiner Bedeutung dem 28. Juni 1969, dem Christopher Street Day, nahezu gleich kommt. Seit diesem Tag ist es niemandem mehr möglich, Homosexuelle ohne Widerspruch als krank zu stigmatisieren. Es ist also nur konsequent, dass dieser 17. Mai jedes Jahr erneut als Festtag der Toleranz und Vielfalt ebenso wie Tag der Mahnung und Aufklärung begangen wird.

Und so geht der Blick hinaus in die Welt; eine Welt, wo in weit mehr als 70 Ländern homosexuelle Handlungen weiterhin strafbar sind und in sieben gar mit der Todesstrafe geahndet werden können; eine Welt, in der der Staat Uganda eine Gesetzesinitiative auf den Weg bringt, mit der in bisher nie und nirgendwo dagewesener Weise Homosexuelle diskriminiert und verfolgt werden sollen; einer Welt, in der vielerorts der Hass gegenüber Lesben und Schwulen noch immer weit verbreitet ist. Selbst in Deutschland, so weltoffen und tolerant wir auch sind, müssen manche Aspekte der Gleichberechtigung noch immer vor Gerichten erstritten werden, ist Gewalt gegenüber Homosexuellen leider noch immer eine viel zu häufige Straftat.

Es ist also auch 2010, 41 Jahre nach den Unruhen in der New Yorker Christopher Street und 20 Jahre nach der Streichung der Homosexualität als Krankheit, noch immer richtig und wichtig, aktiv aufzuklären, für Toleranz zu werben und Unterstützung einzufordern. In diesem Sinne unterstütze ich das Anliegen der Veranstalter des IDAHO Jena 2010, unterstütze ich den Kampf gegen Homophobie und möchte den Organisatoren und Kooperationspartnern meinen herzlichen Dank aussprechen. Bitte sehen Sie hin, wenn Homosexuelle diskriminiert werden; machen Sie sich stark gegen Hass und Intoleranz.

Schroeter_unterschrift

Dr. Albrecht Schröter
Oberbürgermeister