... im Rahmen des IDAHOT* Jena 2013-Festivals

Das Leben ist bunt!: Regenbogenfamilien und das Recht

Familie – was ist das eigentlich?

Warum und wie werden einige Familienformen diskriminiert oder privilegiert?
Wie sieht die Rechtslage dazu aus?
Und wie sollte das Recht auf die zunehmende Bedeutung alternativer Familienformen reagieren? 
All dies sind Fragen, mit denen sich der Vortrag auseinandersetzen wird.

In einem lange erwarteten Urteil hat das Bundesverfassungsgericht Anfang diesen Jahres entschieden, dass die sog. sukzessive Adoption – also die Adoption eines Kindes, das zuvor von der*dem Lebenspartner*in adoptiert wurde – Lebenspartner*innen genauso wie Ehepartner*innen erlaubt sein muss. Damit ist das höchste deutsche Gericht einen weiteren Schritt auf dem langen Weg zur Gleichstellung unterschiedlicher Familienformen gegangen. Eine vollständige Gleichstellung mit Ehepaaren schließt die Bundesregierung derzeit allerdings noch kategorisch aus.

Viele Diskriminierungen sind in den letzten Jahren beseitigt worden. Aber gerade im Bereich der Familie macht das Recht weiterhin deutliche Unterschiede und lässt viele Fragen offen. Die Folgen daraus sind Unklarheiten im Bereich der Adoption oder zur Frage, was bei Geschlechtsangleichungen von Elternteilen passiert, auf die das deutsche Recht kaum vorbereitet ist.

Der Vortrag erklärt und fragt:

  • Wie sieht das rechtliche Grundmodell, Ehe mit Kind, aus?
  • Was ist biologische, rechtliche und soziale Elternschaft?
  • Wie sieht dies bei Regenbogenfamilien aus; welche Probleme entstehen hier im rechtlichen Sinne?
  • Womit beschäftigt sich die aktuelle Debatte und worin bestehen die  Möglichkeiten für die Zukunft?
  • Wie könnte ein „Familienrecht ohne Geschlecht“ die tatsächliche Vielfalt von Familienformen unterstützen?

Referentin Dr. Ulrike Lembke ist Juristin an der Universität Hamburg und befasst sich dort unter anderem mit dem Thema Legal Gender Studies. Hierbei spezialisiert sie sich auf die theoretischen Grundlagen (Queer Theory), sowie die Antidiskriminierung im Geschlechterverhältnis und die Verbindung zur Gewaltforschung. 

 

Ort: Haus auf der Mauer (Johannisplatz 26, Jena)
Datum: Di, 21. Mai, 18 Uhr
Wieviel: Eintritt frei